Mit sieben Delfinen bei Vollmond schwimmen.

Montags als Biber verkleiden.

Mit Puten über
Hegel diskutieren.

Und was machst du, wenn dir alles zu viel wird? Gerade in Zeiten einer kollektiven Krise, wie wir sie momentan erleben, kann uns schnell alles zu viel werden. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, die eigene Resilienz zu stärken.

Was ist Resilienz?

Unter Resilienz versteht man die psychische Widerstandsfähigkeit. Sie kann den Umgang mit schwierigen Lebenssituationen und Krisen erleichtern. Die gute Nachricht ist: Resilienz ist kein festgeschriebenes Persönlichkeitsmerkmal. Mit sogenannten Skills kannst du sie trainieren und Schritt für Schritt ausbauen. Befindest du dich aber in einer Krise, in der du das Gefühl hast, nicht weiterzukommen, wende dich an professionelle Hilfe. Hier findest du verschiedene Anlaufstellen und Telefonnummern.

Was sind Skills?

Skills sind anwendbare Methoden, die dir nicht nur helfen, herausfordernde Situationen zu meistern, sondern deine seelische Belastbarkeit erweitern. Sie ermöglichen dir vor allem einen optimistischeren Blick auf deine Probleme. Diese Fähigkeiten sind sehr individuell und unterschied-lich. Ein achtsamer Umgang mit deinen Gefühlen und dir bewusst zu werden, was dir wirklich guttut, sind wichtige Voraussetzungen für deine Resilienz.

10-Punkte Plan für Krisen

Du musst aber nicht ganz von vorne anfangen. Es gibt bereits Skill-Sammlungen, die dir konkrete Beispiele geben, wie du die Sache der Resilienzstärkung am besten anpacken kannst. Dazu gehört unter vielen anderen der 10-Punkte Plan, um Krisen besser bewältigen zu können. Er wurde von der American Psychological Association (APA) entwickelt. Vielleicht hast du sogar den einen oder anderen Aspekt auf der Liste schon automatisch in deinen Alltag eingebaut.

1.  Unterstützt euch gegenseitig.

Isoliere dich in Krisenzeiten nicht, sondern umgib dich mit Menschen, die ein offenes Ohr für dich haben und dir Unterstützung bieten.

2. Akzeptiere Veränderungen.

Je früher du Dinge, die du nicht ändern kannst, akzeptierst, desto eher kannst in anderen Lebenssituationen positives bewirken.

3. Stufe Krisen nicht als unüberwindbare Probleme ein.

Bleibe positiv. Jede noch so schwierige Phase wird einmal überwunden sein und bessere Zeiten werden folgen.

4. Verfolge entschlossen deine eigenen Ziele.

Steck’ dir deine Ziele nicht zu hoch. Frage dich realistisch, was du heute erreichen kannst, um deinem Vorhaben näherzukommen.

5. Triff klare und bewusste Entscheidungen.

Schiebe deine Probleme nicht unnötig auf, denn sie lösen sich selten von allein. Deshalb sei mutig und triff bewusst eine Entscheidung.

6. Reflektiere dich selbst und deine Situation.

Auch aus schlechten Zeiten kann man lernen. Oft lassen sich daraus Erfahrungen ziehen, die einen im weiteren Leben helfen können.

7. Hör' auf dein Bauchgefühl.

Vertraue auf dich und deine Fähigkeiten und nimm Probleme selbst in die Hand. Dein Gefühl kann dir dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

8. Ordne Probleme richtig ein.

Es ist gut seinen Gefühle freien Lauf zu lassen. Jedoch sollten diese nicht dein Verhalten bestimmen.

9. Bleib optimistisch.

Glaub an dich. Das Leben bietet dir reichlich Möglichkeiten es zu genießen und deine Zukunft positiv zu gestalten.

10. Gib auf dich Acht.

Vergiss nicht, im Alltag auf dich selbst zu achten. Denn nur du kannst am besten wissen, was du brauchst und was dir guttut.

Was machen andere, wenn ihnen alles zu viel wird? Lass dich für deine eigene  Skill-Sammlung von den Methoden und Erfahrungen anderer inspirieren.

"
Meine persönlichen Strategien sind: joggen gehen oder laut Musik anmachen und einen Ausdruckstanz aufzuführen. Also wild tanzen. Einfach nur für mich. Das habe ich für mich herausgefunden, das senkt meinen Cortisol-Spiegel.

- Julia

"
Wenn ich wütend oder sehr aufgebracht bin, ziehe ich mir meine Sportsachen an und laufe einfach los. Dabei kann ich alles einfach rauslassen und die körperliche Erschöpfung danach hilft mir, runterzukommen.

- Anna

"
Am wichtigsten ist glaube ich, anzunehmen und zu akzeptieren, dass es Tage, Momente oder Phasen gibt, in denen es einem nicht gut geht, also dass man einfach schlecht gelaunt oder auch traurig ist. Diese Perspektive ist für mich besonders in Bezug auf das alltägliche Leben wichtig, in dem man permanent mit den unterschiedlichsten Reizen und Anforderungen konfrontiert wird.

- Nicole

"
Wenn ich bereit dazu bin, mich mit der Situation auseinander zu setzen, fange ich oft einfach Gespräche mit mir selbst zur jeweiligen Situation an. Oder ich schreibe meine Gedanken dazu auf. Das hilft mir, meine Gedanken, Erwartungen und Wünsche besser zu verstehen. Es hilft natürlich auch, wenn man mit einer vertrauten Person über die vorgefallene Situation reden kann.

- Marie

"
Ich suche mir etwas raus, was mich ein Stück weit fordert. Auf jeden Fall immer Bewegung. Bewegung baut Cortisol ab und Cortisol ist ein Stresshormon. Sich schöne Musik anmachen, die man mag, und sich auf die Yogamatte legen und alle schlechten Gedanken, die man hat, einfach mal wegfliegen lassen.

- Sven

"
Wenn mir alles zu viel wird, gehe ich normalerweise laufen oder mache Sport. Manchmal hilft es mir auch darüber zu reden und manchmal tut es auch einfach gut, mich auszuheulen.

- Miriam

"
Es ist auch mal ok, das Gefühl, was mich bedrückt, zuzulassen. Weil es für mich nicht richtig ist, alles von mir wegzudrücken und so zu tun, als wären genau diese negativen Gefühle eine Illusion.

- Marcel

"
In Momenten, in denen mich die Angst emotional sehr überwältigt hat, hilft es mir im Nachhinein auch zu weinen. Dadurch akzeptiere ich, dass ich diese Gefühle habe. Denn Akzeptanz von Emotionen, die sich nicht gut anfühlen, ist der erste Schritt, um mit diesen Gefühlen zu arbeiten.

- Lena

"
In meinem Leben versuche ich das Glück nicht von Äußerlichkeiten abhängig zu machen, sondern meine eigenen Kräfte gewinnbringend einzusetzen. Anspruchsvolle Situationen versuche ich nicht als eine Last zu sehen, sondern vielmehr eine Herausforderung, auf die ich im Nachhinein stolz zurückblicken kann.

- Anton

Wenn du professionelle Hilfe brauchst, wende dich an folgende Kontaktstellen:

- Nummer gegen Kummer: 116 111
- Telefonseelsorge: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222
- Krisennetzwerk Unterfranken: 0800 655 3000
‍- Patiententelefon der kassenärztlichen Vereinigung: 116 117

Quellen und weiterführende Informationen:

Dr. Ullmann, Michael (2020): Persönliche Resilienz stärken. eBook | AOK - Die Gesundheitskasse;

https://www.apa.org/topics/resilience

https://lir-mainz.de/home

https://www.dvrt.de/

https://www.resilienz-akademie.com/resilienz/

https://www.who.int/mental_health/media/en/30.pdf

Impressum Datenschutz

Ein Projekt zum Thema Resilienz. Entstanden im Rahmen eines Kurses der Fakultät Gestaltung (FHWS Würzburg-Schweinfurt)